Kameradschaften, Parteisoldaten, Einzeltäter_innen

Ein Überblick über die extreme Rechte in Südniedersachsen.

Ende der 1980er Jahre häufen sich in Südniedersachsen größere Treffen, Konzerte und Übergriffe von Neonazis, denn sie können auf ein dichtes Organisationsnetz zurück greifen. Dazu gehören das Büro des niedersächsischen NPD-Landesvorstandes Hans-Michael Fiedler in der Burgstraße, der Kreisverband der „Freiheitlichen Arbeiter Partei“ (FAP) und dessen stellvertretender Kreisvorsitzender Thorsten Heise sowie das Schulungszentrum des Altnazis Karl Polacek in Mackenrode. Begleitet von verharmlosenden Begriffen wie „Einzeltäter“ und „rivalisierende Jugendbanden“. Als Neonazis aus dem Umfeld der FAP und Polacek in der Silvesternacht 1990/91 Alexander Selchow ermorden, geht diese Strategie nicht mehr auf. Auf Druck der Öffentlichkeit wird der Drahtzieher Polacek ausgewiesen. Auch die Veränderung der Naziszene führt zu einem Rückgang des rechten Terrors. Nach dem Verbot der FAP folgen ab 1995 Organisationen wie die „Kameradschaft Northeim“ mit dem mehrfach vorbestraften Neonazi Thorsten Heise. Zu den Versuchen die NPD Göttingen neu zu beleben kommt ein Neonazi-Netzwerk, das von Braunschweig und Hildesheim über das thüringische Eichsfeld bis in den Harz reicht. Einen Eindruck der Gewaltbereitschaft geben die wiederholten Waffenfunde in Südniedersachsen wie zuletzt im Januar 2009.

Der Vortrag soll Veränderungen in der extremen Rechten in der Region und ihre Strategien erläutern und die Protagonist_Innen der Szene beleuchten.

Dinstag 10. November | 20 Uhr | T-Keller (Geismarlandstraße 19, Göttingen)