Fragwürdige Traditionslinien – Mythos Stauffenberg – Staatstragender Geschichtsrevisionismus

Die Grenzöffnung zwischen den beiden deutschen Staaten war der Beginn einer neuen Phase, in der sich Deutschland als Nation feiert, auf die sich positiv bezogen werden könne. Dazu gehört, dass zwei begonnene Weltkriege, der Nationalsozialismus und die Shoah als Vergangenheit inszeniert werden, die über ständiges Besprechen und die Umdeutung der Geschichte abgewickelt werden könnten. Einer der Wege, mit der deutschen Vergangenheit fertig zu werden, ist die Inszenierung deutscher Helden“, die sich dem Faschismus entgegen gestellt haben. Die Motive der Heldinnen und Helden“ um Stauffenberg werden dabei entpolitisiert sowie ihre Verwicklung in den Eroberungsfeldzug und die Verbrechen der
deutschen Wehrmacht verschwiegen.

In Anlehnung an die Broschüre zu „fragwürdigen Traditionslinien“
referieren zwei Gäste von nevergoinghome über den aktuellen
Geschichtsrevisionismus und die Funktion der Etablierung deutscher
Helden“ am Beispiel von Stauffenberg. Diese Heldenverehrung ermöglicht die geschichtsrevisionistische Deutung, dass es doch gute Deutsche“ im Faschismus gegeben habe und bezieht sich zugleich positiv auf reaktionäre Werte der Opferbereitschaft und des Nationalstolzes. Auf diese Weise wird völkisch-nationalistisches Gedankengut ebenso transportiert wie ein positiver Deutschlandbezug hergestellt, der es ermöglicht, Deutschland als global player und von der Geschichte entlastete Weltmacht zu etablieren.

Die Veranstaltung findet statt am Mittwoch, den 4. November 2009, um *20:00 Uhr im Juzi-Cafe.